Herzratenvariabilität (HRV)

 

Die Analyse der Herzratenvariabilität (HRV) wird in meiner Praxis seit 11 Jahren diagnostisch und therapiebegleitend eingesetzt. Das Messverfahren wurde durch zahlreiche internationale Studien wissenschaftlich erprobt und validiert. Es ermöglicht Einblicke in die Regulations- und Funktionsfähigkeit des autonomen, vegetativen Nervensystems (ANS). HRV wird weltweit zur Früherkennung von Gesundheitsstörungen und Gesundheitsrisiken angewendet. Die verschiedenen Messparameter der HRV beschreiben das Ausmaß der Variabilität des Herzschlags. Je ausgeprägter die rhythmischen Schwankungen des Herzrhythmus sind, desto gesünder ist das Herz und der gesamte Organismus. Gesundheit ist nicht statisch, sondern ein dynamischer Zustand und beschreibt die Anpassungs- und Schwingungsfähigkeit an wechselnde innere und äußere Bedingungen.

Die obige Abbildung zeigt die quantitative Analyse der HRV bei einem Patienten vor Behandlungsbeginn (links) und nach 6 Monaten Behandlung mit Akupunktur und Homöopathie (rechts). Der Fitness-Level beträgt anfangs 9.6 und befindet sich im unteren Normbereich (1.1 bester Level,13.7 schlechtester Level). Die HRV im Liegen (supine) und im Stehen (upright) ist relativ gering, die blauen senkrechten Striche, die jeweils die Länge einer Herzaktion darstellen, schwanken nur geringfügig. Die Aktivität des vegetativen Nervensystems ist herabgesetzt. 6 Monate später ist ein Fitness-Level von 6,2 erreicht, die Werte liegen im oberen Normbereich. Die HRV, besonders die parasympathische Modulation des vegetativen Nervensystems, hat deutlich zugenommen. Die blauen senkrechten Striche während der Liegen-Phase (supine) weisen wesentlich deutlichere rhythmische Schwankungen auf.

Die obige HRV-Messung zeigt anschaulich wie das autonome Nervensystem den Herzrhythmus während einer 20-minütigen Ohrakupunktur-Behandlung moduliert. Hier lassen sich die Charakteristika der Selbstorganisation, nämlich rhythmische Fluktuationen durch verschiedene miteinander vernetzte Taktgeber (Oszillatoren) sehr schön beobachten. Oben: jede gemessene Herzaktion (RR-Abstand) ist als blauer senkrechter Strich dargestellt. Von links nach rechts ist eine deutliche Zunahme der hochfrequenten parasympathischen Modulation (HF-P) als Ausdruck von Entspannung und Regeneration zu erkennen. Unten: Zugehörige 3D-Darstellung der durch Power Spektralanalyse gewonnenen konsekutiven HRV-Spektrogramme. Die Energiedichte (S in msec²) im Parasympathikusbereich (HF-Bereich, grün) nimmt während der Behandlung (1-6) deutlich zu.